Geschichte Barnstorf

Im Jahr 890 wird Barnstorf im Abgabenregister des Missionsklosters Werden bei Essen zum ersten Male urkundlich erwähnt. Ungefähr um die gleiche Zeit wird es vom Kaiser Otto II. mit der Missionszelle Visbek an das Kloster Corvey übergeben. In den frühen Angaben erscheinen zwei Namensformen für den Ort. Einmal Bernhardeshusum und zum anderen Bernothingthorpe. Das zeigt das Vorhandensein eines Adelshofes und gleichzeitig eines Bauernhofes an, aus denen sich dann der Ort Barnstorf entwickelte.

Als Haupthof des Klosters Corvey hat Barnstorf über einige Jahrhunderte eine zentrale Rolle in unserem Raum gespielt. Nur die Kirche, die im spätromanischen Stil um 1185 gebaut wurde und ein freiadeliges Gut, das später der Sitz des Vogtes war, sind über lange Zeit die Zeugen der früheren Bedeutung des Ortes, der um das Jahr 1200 herum Teil der sich fest etablierenden Grafschaft Diepholz wird und als Vogtei seine bevorzugte Position verliert. Durch seine Lage an der Grenze des Bistums Osnabrück zum Bistum Münster ist Barnstorfs Zugehörigkeit fast das ganze Mittelalter hindurch umstritten. Durch ständige kleine Grenzfehden werden der Ort und die Kirche des öfteren in Mitleidenschaft gezogen.

Mit dem Erlöschen des Diepholzer Grafengeschlechtes kam Barnstorf 1585 in den Besitz des Herzogtums Braunschweig – Lüneburg und erhielt im 17. Jahrhundert die Fleckensrechte. Im Jahr 1796 wurde der Flecken durch eine Feuerbrunst fast total zerstört. Von 1807 – 1810, zur Zeit der Franzosenherrschaft, gehörte der Ort zum westfälischen Departement Aller und später zum französischen Departement Wesermündung. Im Pariser Frieden von 1815 wurde er dem Königreich Hannover zugeteilt. Seine einstmalige Bedeutung war genz verloren gegangen und der Flecken stellte sich als ein ärmliches Bauerndorf dar. Erst am Ende des 19. Jahrhunderts erfuhr der Ort durch den Bau der Bahnlinie Bremen – Köln und durch die Einführung des künstlichen Düngers in der Landwirtschaft einen ersten Aufschwung, den die ansässigen Landwirte zur Steigerung der Schweinemast ausnutzten. Auch etwas Kleinindustrie siedelte sich in Barnstorf an.

Im Jahre 1939 zählte der Flecken Barnstorf nur 1900 Einwohner. Vom II. Weltkrieg wurde die Gemeinde kaum betroffen. Nach dem Beginn der Bohrtätigkeit nach Erdöl und Erdgas durch die Wintershall AG im Jahre 1952 entwickelte sich der Ort in schnellem Tempo. Durch die Stationierung des Flugabwehrraketenbataillons 25 im Jahre 1964 wurde dieser Aufwärtstrend weiter verstärkt. Seit 1974 ist Barnstorf der Sitz der Samtgemeinde Barnstorf. Nach dem amtlichen Ergebnis der Volkszählung 1987 betrug die Einwohnerzahl des Fleckens 5.552, die der Samtgemeinde 11.361.

Der Flecken Barnstorf liegt um nordwestdeutschen Raum, und zwar an der Hunte, einem Nebenfluß der Weser, im Landkreis Diepholz. Die herausragende Verkehrs- und Mittelpunktlage hat den Flecken Barnstorf zum zentralen Verwaltungsort mehrerer Gemeinden (Samtgemeinde Barnstorf) und zum zentralen Ort eines ausgedehnten Wirtschaftsraumes, in erster Linie bedingt durch die umfangreichen Erdöl- und Erdgasvorkommen, werden lassen.

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