Partnerschaften für eine nachhaltige Siedlungsentwicklung

Die Samtgemeinde Barnstorf ist Partnerkommune eines vom NABU initiierten REFINA-Forschungsvorhabens unter dem Titel "Partnerschaften für eine nachhaltige Siedlungsentwicklung".

Gemeinsam mit acht Partnerkommunen entwickelt der NABU Kommunikationsstrategien, die den Nutzen einer flächensparsamen, auf die Innenentwicklung konzentrierten Siedlungsentwicklung im Bewusstsein von Politik, Verwaltung und Bürgern verankern sollen. Im Gegensatz zur bisherigen, wenig erfolgreichen Kommunikation nachhaltiger Siedlungsentwicklung sollen stärker ziel- und adressatenorientierte Methoden erprobt werden, die ansprechende und inhaltlich leicht verständliche Botschaften vermitteln. Die Partnerkommunen werden ermutigt, neue Wege zu beschreiten.

In der Samtgemeinde Barnstorf ist durch das REFINA-Forschungsvorhaben "Gläserne Konversion" ein nachhaltiges Flächenmanagement eingeführt worden. Das bedeutet u.a., dass der künftige Bedarf an Flächen für Wohnen und Gewerbe grundsätzlich durch Innenentwicklung, Flächenrecycling und Umnutzung gedeckt werden soll. Die bauliche Entwicklung wird also dort vorangetrieben, wo es sinnvoll und kostengünstig ist - in den Zentren der Ortschaften.

Die Motivation für die nachhaltige Siedlungsentwicklung, die in der Samtgemeinde Barnstorf nunmehr unter dem Motto "Leben mittendrin" steht, ist neben dem ökologischen Aspekt in erster Linie der demografische Wandel. Unsere Gesellschaft wird sich in den nächsten Jahren verändern. Die Bevölkerungszahlen sinken, während wir gleichzeitig immer älter werden. Verödete Ortskerne sind das Schreckensszenario. Eine Entwicklung, der man sich auch in Barnstorf nicht verschließen kann.

Ziel ist es daher, keine zusätzlichen Flächen zu erschließen, sondern die Baulücken in den Ortskernen zu nutzen und gleichzeitig vorhandene Immobilien umzunutzen. Das schont einerseits den Gemeindeetat und steigert gleichzeitig die Attraktivität des Ortskerns. Gewachsene Infrastrukturen werden genutzt. Die Bürger profitieren von kurzen Wegen und vielfältigen Wohngebieten mit gemischten Alterstrukturen. Um diese Entwicklung voranzutreiben, wurde zum einen bereits ein Baulückenkataster erstellt und zum anderen ein kommunales Förderprogramm aufgelegt.

Das Baulückenkataster steht seit Herbst 2010 online zur Verfügung. Zur Zeit finden Interessierte dort unbebaute Grundstücke innerhalb der im Zusammenhang bebauten Ortslagen im Flecken Barnstorf. Die Baulücken der übrigen Mitgliedsgemeinden werden noch erfasst. Über Google Earth kann man sich in die Baulücke zoomen und auch das Umfeld betrachten (siehe unter "Freizeit & Wohnen" die Rubrik "Baulückenkataster und Kommunales Förderprogramm").

Das kommunale Förderprogramm bietet einen finanziellen Anreiz zum Bau oder Erwerb von alten Gebäuden oder Baulücken innerhalb der Ortskerne. Die Förderung wird als Zinszuschuss für 5 Jahre gewährt und soll vorrangig Bürgern der Samtgemeinde Barnstorf zu gute kommen.

Flankiert werden diese Maßnahmen in der nächsten Zeit von zahlreichen Aktionen. Geplant ist z.B. ein 30 ha-Tag im Mai, an dem die Baulücken öffentlich zugänglich gemacht werden, eine Nachhaltigkeitsmesse im BUEZ und ein Mal- und Gestaltungswettbewerb unter Einbindung von Schulen und Kindergärten, die dort ihre Ideen zum "Leben mittendrin" zu Papier bringen sollen.

 

Die Auftaktveranstaltung für das Projekt in der Samtgemeinde Barnstorf fand am 10.03.2011 bei der Firma Allos in Drebber statt. Die Rede- und Vortragsbeiträge der Veranstaltung sind nachstehend aufgeführt: 

Begrüßungsansprache von Samtgemeindebürgermeister Jürgen Lübbers am 10.03.2011

Meine sehr verehrten Damen und Herren,

ich darf Sie zur heutigen Auftaktveranstaltung für eine lebendige Samtgemeinde ganz herzlich willkommen heißen. Eine große Freude ist es für uns, dass der Vizepräsident des Niedersächsischen Landtages, Herr Hans-Werner Schwarz, durch seine Anwesenheit und sein Grußwort die Initiative der Samtgemeinde Barnstorf aufwertet.

Besonders begrüßen darf ich auch Frau Krettek und Herrn Dillinger vom NABU Bundesverband in Berlin. Die Samtgemeinde Barnstorf ist einer von bundesweit 8 Projektpartnern des NABU-Projektes „Partnerschaften für eine nachhaltige Siedlungsentwicklung“. Die acht Partnerkommunen wollen gemeinsam mit dem NABU Kommunikationsstrategien entwickeln, die den Nutzen einer flächensparsamen, auf die Innenentwicklung konzentrierten Siedlungsentwicklung im Bewusstsein von Politik, Verwaltung und Bürgern verankern sollen. Dieses REFINA-Forschungsvorhaben wird auch vom Land Niedersachsen kofinanziert. Hierfür darf ich mich beim Landtagsvizepräsidenten ausdrücklich bedanken.

Willkommen heißen darf ich auch die Vertreter der Firma Allos, Frau Fridum sowie die Herren von Glan und Wagner, bei denen ich mich für die Bereitstellung der Räume ganz besonders bedanken möchte. Die Firma ALLOS hat mit der Umnutzung des ehemaligen landwirtschaftlichen Betriebes, auf dem wir uns heute befinden, und der ehemaligen Molkerei Drebber Maßstäbe für die Innenentwicklung und Nutzung vorhandener Bausubstanz gesetzt, die sich mit unseren Bestrebungen ideal ergänzen. Zudem setzt sich die Firma ALLOS intensiv für eine nachhaltige Entwicklung ein. Der Begriff „Nachhaltigkeit“ wird auf der Firmenhomepage auch sehr verständlich erläutert. Dort wird auf den sächsischen Oberberghauptmann Hans Carl von Carlowitz verwiesen, der erstmals den Begriff „Nachhaltigkeit“ formuliert und prägnant auf den Punkt gebracht hat: „Nachhaltig handelt, wer nur so viele Bäume fällt, wie nachwachsen können.“
Für die heutige Zeit wurde der Begriff aktualisiert. Danach ist Nachhaltigkeit mittlerweile zum weltweiten Schlüsselbegriff für ein vorausschauendes Handeln geworden, das den Bedürfnissen der heutigen Generationen entspricht, ohne die Möglichkeiten künftiger Generationen zu gefährden. Diese Erläuterung drückt m. E. sehr verständlich aus, was Nachhaltigkeit bedeutet. Herr von Glan wird die Firma gleich vorstellen und zum Abschluss der Veranstaltung werden Firmenprodukte gezeigt. Zudem besteht die Möglichkeit des Einkaufs. Außerdem hat die Firmenmensa für den Abschluss einen kleinen Imbiss vorbereitet, zu dem Sie herzlich eingeladen sind.

Die Anwesenheit von Fleckensbürgermeister Peter Luther sowie einiger Mitglieder aus dem Samtgemeinderat und den Räten der Mitgliedsgemeinden zeigt die Unterstützung aller Fraktionen für das Thema. Ich darf alle Mandatsträger begrüßen.

Aus dem benachbarten Landkreis Vechta heiße ich den Vorsitzenden des Planungs- und Umweltausschusses der Gemeinde Holdorf, Herrn Ludger Westerhoff, willkommen. Herr Wagner, der in Holdorf wohnt, hat das Interesse von Herrn Westerhoff an der Thematik „Innenverdichtung“ übermittelt. Gerne haben wir Sie, Herr Westerhoff, zur heutigen Veranstaltung eingeladen.

Ein weiterer Willkommensgruß gilt Frau Otte und Herrn Sternberg vom „Marketingcontor“ in Bremen, die die Öffentlichkeitskampagne zur Innenverdichtung und zum kommunalen Förderprogramm erarbeitet haben und diese auch künftig begleiten werden.

Zudem freue ich mich auch über die Anwesenheit von Bianca Mangels vom Landkreis Diepholz – Fachdienst Kreisentwicklung. Als Pressevertreter darf ich Heinrich Klöker vom Diepholzer Kreisblatt und Hartmut Weber-Bockhop von der Wochenpost begrüßen.

Abschließend darf ich Ihnen einen weiteren Gast der heutigen Veranstaltung vorstellen, nämlich Jan Spieker.

„Jan Spieker war ursprünglich ein umherziehender Händler, der auf seinem Weg durch das Große Moor verstarb. Als so genannter Kiepenkerl versorgte er die ländliche Bevölkerung mit allerlei Kleinwaren, welche er in einer Kiepe auf dem Rücken transportierte. Er war auf dem Weg durch das Goldenstedter Moor von Lutten nach Drebber zu seiner Kundschaft und wurde seit dem 14. August 1828 vermisst. Am 24. September wurde seine Leiche zwischen den Dörfern Lutten und Barnstorf aufgefunden. Am 26. September wurde seine Leiche vor Ort gerichtlich untersucht. Da eine Überführung auf einen Friedhof nicht möglich war, wurde er an Ort und Stelle, in einer im Moor ausgehobenen Grube beigesetzt.“ (aus Wikipedia) Jan Spieker ist seit einigen Jahren die Symbolfigur für den gemeinsamen Moortourismus in Goldenstedt und Barnstorf und Namensgeber für eine Erlebnisbahn. Wir wollen Jan Spieker künftig auch als Werbefigur für die Belebung der ländlich geprägten Dorfzentren nutzen. Dazu wurde die Figur auch zeichnerisch symbolisiert. Heute wird Jan Spieker durch Hansi Varnhorn dargestellt, den ich auch herzlich begrüße.

Neben der zeichnerischen Darstellung von Jan Spieker haben wir für das neue Motto „Mittendrin leben“ auch ein neues Logo durch Marktetingcontor erstellen lassen. Es verbindet das Logo der Samtgemeinde sehr gut gelungen mit unserem Motto.

Bereits seit mehreren Jahren beschäftigt sich die Samtgemeinde Barnstorf, bedingt durch die Kasernenschließung, mit dem Thema „Flächenreduzierung“. Die Aufgabe der militärischen Nutzung und Umwandlung der Kaserne in einen Gewerbepark wurde durch das REFINA-Forschungsprojekt „Gläserne Konversion“ begleitet. Auf der Eröffnungsveranstaltung, dem „Kasernenfrühling“, habe ich 2007 u. a. folgende Textpassage vorgetragen:

„2004 betrug der Verbrauch unversiegelter natürlicher und naturnaher Flächen für Siedlungs-, Gewerbe- und Verkehrsflächen bundesweit täglich 104 ha. Das entspricht einer Fläche von 143 Fußballfeldern. Im gesamten Jahr sind das 38.000 ha.

 

Würde man die tägliche Versiegelung in diesem Umfange nur auf der Fläche der Samtgemeinde Barnstorf stattfinden lassen, wäre die Samtgemeinde mit ihren 4 Mitgliedsgemeinden in 197 Tagen bzw. in gut 6 Monaten flächendeckend mit Siedlungs- und Verkehrsflächen bedeckt. Dabei wird davon ausgegangen, dass die gesamte Fläche noch unversiegelt ist. Tatsächlich sind ja auch schon heute weite Bereiche versiegelt, so dass die freien Flächen noch viel eher verbraucht wären.

 

Aber gerade diese nicht versiegelten Flächen machen unsere Region lebenswert! In der idyllischen Lage zwischen Wald, Moor und Wiesen im Huntetal konnten wir viel der ursprünglichen Schönheit der Landschaft bewahren. Dadurch können Bewohner wie Gäste bei uns Ruhe tanken oder Aktivitäten entfalten. Die abwechslungsreiche Landschaft und das vielfältige Kultur- und Sportangebot bringen uns eine hohe Lebensqualität.“

 

In den letzten Jahren ist der Flächenverbrauch im gesamten Bundesgebiet kontinuierlich gesunken. Begründet ist dieses aber in erster Linie durch ökonomische und demographische Entwicklungen. Eine nur verhalten wachsende Wirtschaft zieht weniger Arbeitskräfte aus dem Ausland an und die Geburtenrate ist seit Jahrzehnten sehr niedrig. Beides führt dazu, dass die Bevölkerung bundesweit stagniert und in vielen Regionen schrumpft. Im Krisenjahr 2009 ist die Flächeninanspruchnahme sogar auf 78 ha pro Tag gesunken. Das würde bedeuten, dass wir für die Samtgemeinde nicht 206 Tage sondern 262 Tage benötigen. Dennoch ist der Flächenverbrauch immer noch zu hoch und dürfte mit dem wirtschaftlichen Aufschwung seit 2010 auch wieder gestiegen sein. Die Nationale Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung sieht für das Jahr 2020 eine Neuinanspruchnahme von Flächen für Siedlung und Verkehr von nur noch 30 ha vor. Davon sind wir noch sehr weit entfernt!

 

Die Erfahrungen aus der „Gläsernen Konversion“ führten – auch durch intensive Bürgerbeteiligung - zu einer Bewusstseinsveränderung in der Samtgemeinde Barnstorf. Der Wert der Fläche wurde erkannt und der Fokus der Anstrengungen auf die Nutzung der Ressourcen in den Ortskernen der Samtgemeinde gelegt und damit eine nachhaltige Flächenpolitik eingeführt.

Gemeinsam mit dem NABU wollen wir im Projekt „Partnerschaften für eine nachhaltige Siedlungsentwicklung“ diese Erfahrungen nutzen und den eingeschlagenen Weg verfestigen. Die Ortszentren in Barnstorf wie auch in den anderen Mitgliedsgemeinden sollen durch verschiedene Maßnahmen attraktiver gestaltet werden. Dazu gehören

  • ·        die Nutzung von Baulücken,
  • ·        die Umnutzung alter Gebäude, die leer stehen oder von Leerstand bedroht sind,
  • ·        neue Formen für altersübergreifendes Wohnen
  • ·        Maßnahmen des Klimaschutzes
  • ·        und zahlreiche andere Möglichkeiten.

 

Unser Ziel ist es, eine lebendige Samtgemeinde Barnstorf zu gestalten. Auf diesem Weg wollen wir Sie mitnehmen und heute für diese Idee gewinnen.

Grußwort vom Stellv. Präsidenten des Nds. Landtages, Hans-Werner Schwarz

Sehr geehrter Herr Bürgermeister,
meine sehr verehrten Damen und Herren,

Ende des Jahres 2010 hat das Niedersächsische Ministerium für Umwelt und Klimaschutz  in Kooperation mit verschiedenen Institutionen eine Veranstaltung zum Thema  „Flächen sparen – Land bewahren“ durchgeführt. Diese Veranstaltung wurde in der Landeshauptstadt angeboten.

Das ist einerseits positiv, weil man so dieses Thema gut in den Fokus der städtischen Öffentlichkeit transportieren kann.

Andererseits ist natürlich der ländliche Raum ganz besonders betroffen und insofern ist es nur zu begrüßen, dass hier in der Samtgemeinde Barnstorf die Initiative ergriffen wird, um sich mit Fragen der Perspektiven für den unmittelbaren Lebensraum vor dem Hintergrund des demographischen Wandels auseinanderzusetzen. 

Meine persönliche Motivation, mich mit der Materie zu beschäftigen, ist ganz einfach zu beschreiben. 

Seit Jahrzehnten beobachte ich, wie unterschiedlich die Lebensräume in unserem Land, das ja in der Tat so vielschichtig ist, wahrgenommen werden. 

Da gibt es die Menschen in den Großstädten, die wie  ganz selbstverständlich davon ausgehen,

  • dass der ländliche Raum für die Produktion von Nahrungsmitteln zuständig ist
  • dass man hier für das Wasserreservoir zuständig ist
  • und dass man gefälligst auch die Natur- und Erholungsräume vorzuhalten habe.

Kurzum: diese Aufgaben liegen tatsächlich bei uns, aber ich erwarte den notwendigen Respekt und das erforderliche Bewusstsein, wenn es darum geht, Bedürfnisse zu formulieren.

Ein anderer Motivationsgrund liegt in der Zeit, in der die ersten Bilder der Erde aus dem All entstanden sind. Stichwort „Blauer Planet“. Ich hatte einen Bio-Lehrer, der mir den Begriff „Raumschiff Erde“ nahe brachte.

Wenn man sich etwas näher damit befasst, dann fängt man sehr schnell an, darüber nachzudenken, wie sorglos und oberflächlich wir mit unserer Erde umgehen.

Hier gerate ich aber in Gefahr, ins Philosophische abzugleiten und will das nicht vertiefen.

Fakt  ist, dass Niedersachsen stark von der Landwirtschaft geprägt ist.

Und hier liegt ein weiterer Motivationsgrund.

Die deutsche Landwirtschaft hat sich rasant verändert. Vor 50 Jahren gab es zwei Millionen Bauernhöfe, heute nur noch 400 000. Die 1,3 Mio Beschäftigten erwirtschaften 50 Mrd. Euro im Jahr. Während ein Landwirt 1950 gerade einmal zehn Mitbürger ernährte, sind es mittlerweile 150. 

Demnächst werden 7 Mrd. Menschen die Erde bevölkern. Bis zum Jahr 2025 steigt die Zahl auf über 10 Mrd. 

Ich möchte darauf aufmerksam machen, dass mit sorglosem Umgang von wertvollem Boden auch die Gefahr verbunden ist, dass sich nicht nur der Charakter unserer Kulturlandschaft, sondern auch das Arbeitsfeld der einzelnen Menschen sich verändert. 

Zur Bewirtschaftung, Pflege und Erhaltung unserer Landschaft sind die Landwirte auf gesunde Böden angewiesen und dafür müssen wir werben, denn im Prinzip ist kaum Jemandem  klar, welch hohen Stellenwert ein guter Boden für uns Nutzer darstellt. In Berlin wurde der Auenboden als Boden des Jahres 2011 ausgerufen. Niedersachsen ist als wasserreiches Land stark von Auenregionen geprägt.  Auch wir !!! Auenböden sind besondere Böden. Sie sind sehr fruchtbar. Sie können große Mengen an Kohlenstoff speichern und haben daher auch für den Klimaschutz eine Bedeutung. Die Bedeutung der Auen haben die Menschen schon früh erkannt. Ich denke mal nur an Diepholz. Auf alten Karten ist es noch viel deutlicher auszumachen: Diepholz war  durch vier Flussläufe geprägt. Von jeher haben sich die Städte an Flussläufen und damit in den Auen ausgedehnt.  

Täglich wird in Niedersachsen ein gutes Stück Land, ein gutes Stück unbebaute Landschaft versiegelt. Es entstehen Wohnhäuser, Gewerbegebiete, Verkehrswege. Jeder Einzelfall hat seinen Grund und seinen Nutzen. Gleichzeitig ist damit aber  nicht selten ein Verlust von Landschaft und wertvollen Acker- und Grünlandflächen verbunden. Demgegenüber sehen wir  häufig leerstehende Wohngebäude und brachgefallene Gewerbestandorte. Vor dem Hintergrund des demographischen Wandels werden sich die Leerstände noch vergrößern. Daraus folgt: Eine Nachfrage nach Bauland sollte sich in Zukunft stärker auf baulich vorgenutzte Flächen im Innenbereich der Städte und Dörfer konzentrieren.

Ein hervorragendes Beispiel liefert die Samtgemeinde Barnstorf;  hier wurde dem Flächenverbrauch durch die Wiedernutzung von Konversionsflächen (Hülsmeyer-Kaserne) vorbildlich entgegengewirkt.

Kreislaufwirtschaft heißt auch, mit vorhandenem Boden verantwortungsbewusster umzugehen. Wenn eine Fläche nicht mehr baulich genutzt wird, dann muss sie rückgeführt werden, um sie effizienter nutzen zu können. Mir ist völlig klar, dass Begriffe wie „Eigentumsverhältnisse“, „Altlasten“, oder das Spannungsfeld zwischen „Produktion von Lebensmittel und dem Anbau von nachwachsenden Rohstoffen für den Energiebedarf“ eine große Rolle spielen. Aber unter dem Strich steht: Wir müssen sorgsam mit der Ressource Boden umgehen. Die Frage ist, wie sind die verschiedenen Interessenlagen unter einen Hut zu bringen ?

Ich bin dem Niedersächsischen Umweltminister Hans-Heinrich Sander dankbar, dass er einen Arbeitskreis „Flächenverbrauch und Bodenschutz“ unter dem Dach der 6. Regierungskommission „Energie- und Ressourceneffizienz“ eingerichtet hat. Vertreter des Landes, der Kommunen, der Wirtschaft und Verbände erarbeiten Empfehlungen zur Reduzierung des Flächenverbrauchs. Mittlerweile gibt es dazu auch eine Internetplattform mit dem Titel: „Zukunft Fläche Niedersachsen“.  

Übrigens werden Kommunen ja sowohl beim Wiederherstellen von Brachflächen und bei der Altlastensanierung im Rahmen der EU-Strukturförderung durch das Umweltministerium unterstützt. Insgesamt sind hier in den letzten drei Jahren mehr als 15 Mio. Euro aufgewendet und bewilligt worden. 

Fazit: Alle erkennbaren Entwicklungen erfordern eine Flächenpolitik, die mit unbebautem Ackerland sparsam umgeht und auf die Bestands- bzw. Innenentwicklung ausgerichtet ist. Denn das schafft mehr Lebensqualität und geringere Verkehrsbelastungen, gerade bei zurückgehender Bevölkerungszahl.

 Verpassen wir nicht die Zukunftschancen unserer Kommunen !

 

 

 

 

Vortrag von Manuel V. Dillinger - Referent NABU

Partnerschaften für eine nachhaltige Siedlungsentwicklung

Motivation für die nachhaltige Siedlungsentwicklung (Vortrag Lübbers)

Vortrag Geschäftsführer Frank von Glan, Firma ALLOS

Firma ALLOS und Nachhaltigkeit

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